Notfallnahrung selbst herstellen

Lebensmittel haltbar machen

Für die Konservierung von Lebensmitteln zur Krisenvorsorge gibt es viele Möglichkeiten. Lebensmittel einkochen, einfrieren, Vakuumieren, Trocknen, Pökeln, Zuckern oder Säuern verlängert die Haltbarkeit frischer Lebensmittel. Dank der Konservierung können Sie saisonabhängige Lebensmittel das ganze Jahr über genießen.

Notfallnahrung selbst verdosen

Die Konserve ist die beliebteste Notnahrung, denn sie ist länger haltbar, als anders haltbar gemachte Lebensmittel. Die Konserve ist zum Sterilisieren und Pasteurisieren geeignet und anders als ein Einweckglas kann eine Blechdose beim Transport nicht zerbrechen. Ein weiterer Vorteil ist das geringere Gewicht von Blechdosen im Vergleich zum Glas.

Brot in Dosen

Um Brot in der Dose zu backen, bauchen Sie zwei leere Konservendosen je 750 ml, die innen keine Beschichtung aufweisen. Bereiten Sie aus 350 ml Milch, je 250 Gramm Weizen- und Roggenmehl, einem TL Zucker, einem TL Salz und einem Würfel Hefe einen Teig zu und lassen Sie diesen an einem warmen Ort gehen. Kneten Sie den Teig anschließend durch und fügen Sie 4 EL Kürbiskerne, wahlweise 4 EL Nüsse, hinzu und formen Sie die Teiglinge zu Kugeln, die Sie in die Dosen drücken. Lassen Sie den Teig nochmals gehen, bevor Sie das Dosenbrot im unteren Drittel des Backofens bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) oder 160 °C Umluft 40 Minuten backen. Lockern Sie das Dosenbrot nach dem Backen und lassen Sie es auf einem Kuchenrost erkalten.

Dosenfleisch haltbar machen

Während Obst und Gemüse besser in Gläsern eingeweckt wird, eignet sich für Fleisch die Konservendose. Dosenfleisch selber machen erfordert etwas Zeit. Sie benötigen für Schweinefleisch im Glas:

  • 3 kg Schweinebraten
  • 200 g Schwarte
  • 3 Zwiebeln
  • 3 Knoblauchzehen
  • 30 g Schweineschmalz
  • Salz
  • Pfeffer

Das Fleisch nach dem Waschen würfeln, mit Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermengen und eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen. Derweil die Schwarten weich kochen und wolfen und Zwiebelwürfel und den gewürfelten Knoblauch im Schmalz andünsten. Die Fleischstücke in die Dosen schichten und mit der Mischung aus Zwiebeln und Knoblauch und der Schwartenmasse bedecken, zu Hälfte mit Wasser befüllen und verschließen. Die Konserven werden nach dem Verschließen pasteurisiert. Bei Fleisch einkochen in Dosen wird das Fleisch fast bis zum Rand eingefüllt, weil es in der Dose nicht mehr quillt. Die Kochzeit liegt bei zwei Stunden. Nach dem Kochen sollten die Dosen rasch in kaltem Wasser abkühlen. Der gewölbte Deckel sollte sich nach dem Erkalten wieder abgesenkt haben.

Dosenfleisch zubereiten: Tipps und Tricks

Wird das Fleisch schon völlig gegart in die Dosen gegeben, dann zerfällt es beim Sterilisieren. Es wird also roh oder kurz angebraten in die Dose gefüllt. Rohfleisch wird in dosengroße Stücke geschnitten. Bei magerem Fleisch ist eine kleine Fettzugabe notwendig. Dazu kommt etwas Wasser, die Dose wird verschlossen und 110 Minuten in 100 Grad heißem Wasser gekocht. Braten von Rind, Kalb, Schwein oder Wild wird in Stücke geschnitten mit Salz und Pfeffer eingerieben und kurz angebraten. Die entstandene Bratenflüssigkeit wird mit in die Dose gefüllt, die Dose verschlossen und 90 Minuten bei 100 Grad in Wasser gekocht. Die Flüssigkeit im Inneren sollte nicht bis zum Rand reichen, denn das Ergebnis wäre ein blasses Siedfleisch. Fleisch in Dosen selber machen geht nach einem einfachen Verfahren: Sauerbraten wird mit der Beize in die Dosen gefüllt. Für Schweinefleisch mit Sauerkraut wird zuerst das Fleisch und obendrauf das Kraut in die Dose gefüllt. Gleiches gilt für Beilagen: Zu unterst das Fleisch einkochen in Dosen, darauf die Beilagen wie Reis oder Nudeln. Gemüse als Beilage wird roh in die Dosen gefüllt. Es wird durch die Hitze beim Konservieren gekocht. Um Gulasch Fleisch in Dosen zu konservieren werden reichlich Zwiebeln angebraten und das Fleisch dann dazugegeben. Mit etwas Fleischbrühe aufgefüllt wird das Ganze eine viertel Stunde gekocht, abgeschmeckt und in die vorbereiteten Dosen gefüllt. Schnitzel und Kotelett werden wie üblich vorbereitet. Geflügel wird vorgebraten, bis eine goldbraune Kruste entsteht. Das Fleisch wird von den Knochen gelöst und in die Dosen geschichtet. Die Dauer zum Einkochen beträgt immer eine Stunde bei einer Wassertemperatur von 100 Grad. Das kochende Wasser muss die Dosen komplett bedecken. Die Haltbarkeit der so hergestellten Konserven liegt bei mehreren Jahren.

Allgemeines über Dosen

Für Lebensmittel geeignete Konservendosen bestehen aus Weißblech, verzinntem Stahl oder aus Aluminium. Konservendosen aus Weißblech sind am meisten verbreitet. Gegen Korrosion sind Weißblechdosen außen mit Zinn beschichtet. Ein Kunststoffüberzug im Inneren sorgt dafür, dass der Doseninhalt nicht mit dem Weißblech reagiert. Dosen aus Aluminium sind innen golden lackiert und haben auf der Außenseite einen Überzug aus Klarlack. Eine Besonderheit sind Dosen mit Aufreißdeckeln (Pull off). Leere Dosen kaufen ist in Shops für Metzgerbedarf und Selbstversorgung möglich. Bevor Sie als Notvorrat oder als Direktvermarkter leere Blechdosen kaufen, um einen Notvorrat Dosen selbst anzulegen müssen Sie wissen, dass Sie auch eine Maschine zum Verschließen der Konservendosen benötigen. Dosen verschließen ist mit den passenden Falzdeckeln möglich. Früher wurden Deckel und Dose mit Blei verlötet. Das führte bei Expeditionen zu Bleivergiftungen, da das Blei auf den Inhalt der Dose übergehen kann. Konservendosen verschließen heute ist mit einer Dosenverschlussmaschine, einer sogenannten Bördelmaschine, elektrisch oder manuell möglich. Dabei werden die Ränder des Dosendeckels und der Rand der Dose gemeinsam umgebogen, sodass ein luftdichter Verschluss entsteht. Ist eine Blechdose einmal geöffnet, lässt sie sich nicht wieder luftdicht verschließen.

Notfallnahrung selbst einwecken
Was Oma früher wusste und die gute Hausfrau auch beachten sollte: Durch Einkochen werden Obst und Gemüse ein Jahr und länger haltbar. So kann eine Familie eine lange Durststrecke im Notfall überstehend.

Notfallnahrung selbst herstellen

Notfallnahrung selbst einwecken

  • Notfallnahrung einkochen: Durch Einkochen werden Obst und Gemüse ein Jahr und länger haltbar. Beim Einkochen werden die gewaschenen und gesäuberten Obststücke ins Glas gesichtet und mit Zuckerwasser oder mit einer Essig- oder Salzlösung umgeben. Danach wird das Glas verschlossen und im Wasserbad erhitzt. Die Einkochzeit liegt je nach Einkochgut zwischen 10 Minuten für klein geschnittenes und weiches Obst und Gemüse und 90 Minuten für Brot, Kuchen oder Blumenkohl. Im Glas entsteht ein Unterdruck, der die Gläser luftdicht verschließt. Zur Verwendung kommen Schraubgläser mit Twist-Off-Deckel und Einmachgläser, die mit einem Metallbügel verschlossen werden. Neben Obst und Gemüse lassen sich Kuchen im Glas einwecken, Eintöpfe, Hülsenfrüchte oder Soßen. Anders als bei Marmelade und Gelee wird Obst und Gemüse kalt in die Gläser gegeben.
  • Notfallnahrung dörren: Der Entzug von Wasser wird durch die Zufuhr von Wärme und Luft ausgelöst. Nach dem Dörren enthalten Obst, Gemüse und Pflanzen lediglich eine Restfeuchte von 10 Prozent. Das macht sie ein Jahr und länger haltbar. Früher wurden Lebensmittel zum Dörren auf dem Dachboden aufgehängt, weil dort ein guter Luftzug herrschte. Bei energieeffizient sanierten Häusern erfüllt ein Dörrautomat die gleiche Aufgabe mit einer konstanten Temperatur von höchstens 42 Grad. Das vorher entkernte, entsteinte und in Scheiben oder Ringe geschnittene Obst zur Aufbewahrung sollte knochentrocken, sondern samtig zäh durchgetrocknet sein. Anders als beim Einkochen bleiben alle Vitamine und Mineralstoffe enthalten.
  • Notfallnahrung pökeln: Pökeln entzieht dem Lebensmittel Wasser durch das Einlegen in Salz. Beim Trockenpökeln wird das Fleisch mit Salz eingerieben. Es bildet sich eine Lake, die man entweder abfließen lassen oder das Fleisch darin einlegen kann. Beim Nasspökeln wird Fleisch so lange in eine Salzlake eingelegt, bis die Salzkonzentration im Fleisch genauso hoch ist wie in der Lake. Das kann je nach Fleischdicke bis zu vier Wochen dauern. Sie benötigen pro kg Fleisch 40 g Pökelsalz, 4 g Zucker und Gewürze je nach Geschmack. Nach dem Pökeln sollte das Fleisch fünf Tage ruhen, bevor es weiter verarbeitet wird. Wird Fleisch in Haushaltssalz eingelegt, spricht man nicht vom Pökeln, sondern vom Salzen. Haushaltssalz enthält kein Nitrit wie in Pökelsalz.
  • Notfallnahrung räuchern: Neben einem besonderen Geschmack verleiht Räuchern der Notfallnahrung eine längere Haltbarkeit. Für das Räuchern wird das Räuchermaterial in den Rauch von Holzspänen, Sägemehl und anderen Hölzern gehängt. Beim Warmräuchern zwischen 50 und 85 Grad werden Würstchen oder Kochschinken geräuchert. Das Kalträuchern eignet sich für Schinken, Rohwurst und Hartwurst. Das Kalträuchern dauert mehrere Tage. Es wird in Heißluft- und Frischluftphasen unterteilt. Räuchern im Räucherofen oder Räucherkammer entzieht Lebensmitteln Wasser, sodass Bakterien und Keime keine Nahrung mehr finden.
  • Einlegen in Alkohol eignet sich besonders für Früchte. Es macht sie mehrere Monate haltbar. Besonders geeignet ist hochprozentiger Alkohol wie Wodka oder Rum. Zusätzlich können Sie mit der Zugabe von Zucker die Haltbarkeit erhöhen. Für geschmackliche Extras sorgen Vanille oder Kräuter.
  • Lebensmittel zuckern: Durch Kandieren halten Früchte, Gelee oder Sirup bis zu einem Jahr. Beim Kandieren werden Früchte mit einer Zuckerlösung überzogen. Es eigenen sich Früchte wie Äpfel, Birnen, Trauben, Kiwis, Bananen, Kirschen, Aprikosen und Beeren. Früchte werden geschält, entkernt und hartes Obst blanchiert, bevor diese in einer Flüssigkeit aus Wasser- und Zucker 1:1 eingelegt werden. Beim Kandieren werden die Früchte mehrmals durch den heißen Sirup gezogen. Nach dem dritten Mal sind sie fertig und müssen nur noch trocknen. Kandierte Früchte sind ein Jahr lang haltbar. Sie werden dunkel und trocken gelagert.
Zusammenfassung
Notfallnahrung selbst herstellen
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Notfallnahrung selbst herstellen
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Notfallnahrung selber herstellen: Für die Konservierung von Lebensmitteln zur Krisenvorsorge gibt es viele Möglichkeiten. Lebensmittel einkochen, einfrieren, Vakuumieren, Trocknen, Pökeln, Zuckern oder Säuern verlängert die Haltbarkeit frischer Lebensmittel.
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