Kartoffeln vorkeimen lassen: So steigern Sie Ihren Ernte-Ertrag

Ist es sinnvoll, Kartoffeln vorzukeimen? Ja; denn die Kartoffelernte kann so einige Wochen früher eingefahren werden. Auch die Resistenz gegen Krankheiten ist höher und es ist mit einem Mehrertrag zu rechnen. Kartoffeln selber anbauen – …

Kartoffeln vorkeimen

Ist es sinnvoll, Kartoffeln vorzukeimen? Ja; denn die Kartoffelernte kann so einige Wochen früher eingefahren werden. Auch die Resistenz gegen Krankheiten ist höher und es ist mit einem Mehrertrag zu rechnen.

Kartoffeln selber anbauen – so steigern Sie Ihren Ertrag

Wie groß der Wachstumsvorsprung von vorgekeimten Kartoffeln zu nicht vorgekeimten Kartoffeln ist, das hängt von der Kartoffelsorte ab. Am besten eignen sich frühreife Sorten, die schon zum Sommeranfang geerntet werden können. Die richtigen Keime sind beim Vorkeimen der Kartoffel wichtig. Die eingelagerten Kartoffeln sollen kurze, grünliche bis violette Keime ausbilden. Das sind die sogenannten Lichtkeime. Lichtkeime lassen sich nicht so schnell abbrechen. Dünne, lange, blasse, gelbliche Schattenkeime bringen keinen Vorteil und sind deshalb unerwünscht. Sie werden von der Kartoffel entfernt. Überprüfen Sie bei der Ausbildung von Schattenkeimen, ob die Kartoffeln in der Vorkeimkiste ausreichend viel Licht erhalten. Kartoffeln, die keine Keime gelbildet haben, sind für die Aussaat nicht geeignet.

Welche Kartoffeln vorkeimen?

Frühkartoffeln sollten rund 4 cm groß sein und ein Gewicht von 50 g aufweisen. In trockenen Lagen empfiehlt sich aber ein Gewicht bis 60 g, weil größere Kartoffeln mehr Wasser speichern können. In höheren Lagen erfolgt der Anbau der vorgetriebenen Kartoffeln in der zweiten Junihälfte. In tieferen Lagen können Frühkartoffeln hingegen schon ab der zweiten Junihälfte geerntet werden, wenn die Aussaat im April erfolgt. Je kleiner die Knolle und je trockener der Boden ist, umso eher kann die vorgetriebene Kartoffel gepflanzt werden. Nach der Frühkartoffel kann die ebenfalls vorgekeimte Spätkartoffel gepflanzt werden, denn nasse Böden sorgen bei Kartoffeln für Fäulnis. Das Vorkeimen lohnt sich bei den Frühkartoffeln Cilena, Siegelinde oder Holländische Erstlinge. Diese frühen Sorten können dann schon ab Ende Mai geerntet werden. Weitere Frühkartoffeln sind die Sorten Agatha, Annabelle, Augusta, Belana, Berber, Friesländer, aber auch Glorietta, Hela, Lilliy oder Marabel, Rosara und Sieglinde.

Kartoffeln vorkeimen in Holzkiste
Speziell gebaute Kisten erleichtern das Vorkeimen der Kartoffeln. Wenn die Kisten so gebaut werden, dass sie übereinander gestapelt werden können, nehmen die Keimkisten wenig Platz weg. Zudem können die vorgekeimten Kartoffen so direkt auf das Feld zum Setzen gebracht und müssen nicht noch einmal umgepackt werden. Das verhindert, dass beim Umpacken Triebe abbrechen.

Vorkeimen der Kartoffeln ohne Erde

Wann mit dem Vorkeimen der Kartoffel beginnen? Zum Vorkeimen der Kartoffeln ist ein heller, warmer Raum notwendig. Die Temperatur sollte zwischen 12 °C und 15 °C liegen. Ein Fenster zum Lüften des Raumes sorgt dafür, dass die Saatkartoffeln nicht faulen, wenn die Temperatur bei warmem Wetter über 15 °C steigt. Das vorhandene Licht hat den größten Einfluss auf die Anzahl der sich entwickelnden Keime. Bei Steckkartoffeln werden in der Regel vier Kartoffelkeime angestrebt. Die Kartoffeln werden in sogenannten Vorkeimkisten gelagert. Diese bestehen aus Holzlatten. Eine alte Bauanleitung für einen Keimkasten für Kartoffeln schlägt folgende Maße für die Vorkeimkiste vor:

  • 33,5 cm in der Breite
  • 76,0 cm in der Länge

Die Bodenbretter für die Vorkeimkiste DIY sind 36,0 cm lang. Sie benötigen je vier Bretter für die Breite und die Länge. Je mehr Zwischenräume zwischen den Brettern sind, umso besser ist die Belüftung der Kartoffeln. Wenn die Eckpfosten der Kisten länger sind, können Sie die Keimkisten übereinanderstapeln. Das spart Platz. Zum Tragen der Kisten sind Henkel an den Kopfseiten der Kiste sinnvoll, denn die gekeimten Kartoffeln sollten beim Transport aufs Feld nicht mit der Hand berührt werden. Anlog verwenden Sie ausrangierte Obststiegen. Noch einfacher ist es, die Kartoffeln in alten Eierpaletten vorzukeimen. Die Eiermulden haben die richtige Größe für eine Kartoffel und die Belüftung von Unten ist vorbildlich. Die Pappe der ausrangierten Eierkartons zersetzt sich später im Boden.

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Kartoffeln vorkeimen: Die Anleitung

Beginnen Sie bei Saatkartoffeln ohne Erde rund vier Wochen vor dem Auspflanzen. Für 10 qm² Kartoffelfeld benötigen Sie rund 3 kg Kartoffeln. Die Saatkartoffeln werden in die Vorkeimkiste gelegt. Bereits beim Vorkeimen werden die Kartoffeln nach der Größe sortiert. Große Kartoffeln werden halbiert. Die Schnittfläche muss vor dem Einlagern in die Vorkeimkiste abgetrocknet sein. Sehr kleine Kartoffeln unter 3 cm Durchmesser eignen sich nicht als Saatkartoffeln. Sie haben nicht genügend Kraft, um Keime auszubilden. Damit jede Kartoffel genügend Licht bekommt, werden Kartoffeln zum Vorkeimen in zwei Lagen in die Vorkeimkiste sortiert. Werden die Vorkeimkisten übereinandergestapelt, müssen die Stiegen von Zeit zu Zeit umgesetzt werden, damit alle Kartoffeln genügend Licht bekommen.

Kartoffeln in Sand vorkeimen
Eine weitere Möglichkeit der Kartoffel-Vorkeimung ist, diese in Sand vorkeimen zu lassen. Der Sand hat den Vorteil, dass bei der Entnahme der vorgekeimten Kartoffeln dieser einfach abrieselt und die empfindlichen Triebe nicht abbricht.

Vorkeimen Kartoffeln in Erde

Hier sollten Sie schon Mitte Februar mit dem Vorkeimen der Kartoffeln beginnen, wenn Sie die Kartoffeln bis Mitte April auspflanzen wollen. Verwenden Sie zum Vorkeimen in Erde Jiffy-Töpfe, zersetzbare Anzuchtschalen oder Eierkartons, die sich später im Boden zersetzen oder mit Pflanzsubstrat gefüllte Kisten. Verwenden Sie Kisten, legen Sie die Kartoffeln zum Vorkeimen auf die flachere Seite. Als Pflanzsubstrat empfehlen sich zwei Teile gesiebter reifer Kompost und ein Teil feinkörniger Sand. Auch Komposterde und Blumenerde sind als Substrat geeignet. Füllen Sie die Pflanzbehältnisse zu Hälfte mit dem Substrat, legen Sie die Saatkartoffeln ein und füllen Sie danach die Pflanzbehältnisse mit Substrat auf. Gießen Sie die Kartoffeln an und stellen Sie die Pflanzkisten an einen hellen und kühlen Platz, nicht über 15 °C. Bei viel Sonneneinstrahlung müssen Sie die Saatkartoffeln eventuell noch einmal bewässern, am besten mit einer Sprühflasche.

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Wann Kartoffeln vorkeimen?

Kartoffel vorkeimen Temperatur: Bis Ende März können Kartoffeln bei einer Temperatur von 15 °C bis 20 °C vorgekeimt werden. Nach dem Austrieb werden die Saatkartoffeln kühler gestellt. Sind die Keime 3 cm lang, empfiehlt es sich, die Saatkartoffeln nochmals kühler zu stellen. Frühkartoffeln haben eine Kulturdauer von der Pflanzung bis zur Ernte von 90 Tagen. Bei einer Pflanzung Ende April dürfen erste Frühkartoffeln schon im Juni geerntet werden.

vorgekeimte Kartoffen werden im Feld gesetzt
Die vorgekeimten Kartoffeln werden im Feld in eine Mulde gesetzt. Die einzelnen Kartoffeln werden im Abstand zwischen 35-40 cm gesetzt. Der Abstand der Reihen sollte 60 bis 70 cm betragen.

Steckkartoffeln, Pflanzkartoffeln

Saatkartoffeln werden auch als Steckkartoffeln oder Setzkartoffeln bezeichnet. Saatkartoffeln und Steckkartoffeln sind die Grundlage für die Speisekartoffel, denn Saatkartoffeln wurden über Jahre gezüchtet, indem die besten Eigenschaften gezielt gefördert wurden. Saatkartoffeln bilden eine größere Pflanze und mehr Knollen aus, wogegen eingepflanzte Speisekartoffeln wenige große Knollen bilden. Steckkartoffeln sind sortenrein und die Kartoffelpflanze besitzt die gleichen Eigenschaften wie die Mutterknolle. Kann man Pflanzkartoffeln essen? Achten Sie auf das Etikett der Kennzeichnung. Saatkartoffeln ohne eine chemische Behandlung gegen Krankheiten können ohne Weiteres wie normale Kartoffeln gegessen werden. Allerdings sind Saatkartoffeln kleiner und teurer als Speisekartoffeln.

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  • mittelfrühe, gelbfleischige und vorwiegend festkochende Sorte
  • früh gepflanzt (Vorkeimung empfohlen) -> sichere hohe Erträge
  • Pflanzzeit: Mitte März bis Mitte Mai - Ernte: August bis Oktober (wenn das Kraut abgestorben ist)
  • Robustheit gegenüber der Kraut- und Braunfäule und gute Lagereigenschaften
  • zertifiziertes Pflanzgut, Inhalt ca. 35 Stück reicht für ca. 10qm

Fazit: Darum sollten Sie Kartoffeln vorkeimen

Vorgekeimte Kartoffeln starten im Beet sofort mit dem Wachstum. Sie wachsen schneller und werden eher geerntet. Der Wachstumsvorsprung wird ausgenutzt, um dickere, schönere und vor allem mehr Kartoffelknollen zu bilden. Unkräuter und Schädlinge haben das Nachsehen. Und auch gegen Krankheiten sind vorgekeimte Kartoffeln besser gerüstet.

Zusammenfassung
Kartoffeln vorkeimen lassen: So steigern Sie Ihren Ernte-Ertrag
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Kartoffeln vorkeimen lassen: So steigern Sie Ihren Ernte-Ertrag
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Wie groß der Wachstumsvorsprung von vorgekeimten Kartoffeln zu nicht vorgekeimten Kartoffeln ist, das hängt von der Kartoffelsorte ab. Am besten eignen sich frühreife Sorten, die schon zum Sommeranfang geerntet werden können. Die richtigen Keime sind beim Vorkeimen der Kartoffel wichtig. Die eingelagerten Kartoffeln sollen kurze, grünliche bis violette Keime ausbilden. Das sind die sogenannten Lichtkeime. Lichtkeime lassen sich nicht so schnell abbrechen. Dünne, lange, blasse, gelbliche Schattenkeime bringen keinen Vorteil und sind deshalb unerwünscht. Sie werden von der Kartoffel entfernt. Überprüfen Sie bei der Ausbildung von Schattenkeimen, ob die Kartoffeln in der Vorkeimkiste ausreichend viel Licht erhalten. Kartoffeln, die keine Keime gelbildet haben, sind für die Aussaat nicht geeignet.<
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